Leichte Reisestative

Ein Reisestativ gehört zu jeder anspruchsvollen Fotoausrüstung. Es ist unverzichtbar bei langen Belichtungszeiten um Verwacklungen und Schärfeverlust zu vermeiden. Doch selbst wenn aus diesen technischen Gründen keine Notwendigkeit besteht, greifen viele Fotografen gerne für sorgfältig ausgerichtete Aufnahmen auf ein Stativ zurück.

 

Damit es seinen Zweck erfüllt, sollte ein Stativ natürlich so schwer und solide wie nur irgend möglich sein. Dass ein leichtes Reisestativ in diesem Punkt Abstriche erfordert, liegt auf der Hand. Gleichzeitig sollte das Stativ aber noch stabil genug sein, um die Kamera zu tragen. Ein wackliges Stativ ist im schlimmsten Fall kaum besser als eine Aufnahme aus der Hand. Was sollte also bei der Auswahl eines Reisestativs beachtet werden?

 

Zunächst einmal steht der Käufer vor der Materialfrage. Hier gibt es Holz, Aluminium und Carbon. Holzstative waren früher weit verbreitet und haben auch heute noch eine kleine und begeisterte Anhängerschaft. Holz ist leicht und besitzt ein sehr gutes Schwingungsdämpfungsvermögen. Allerdings sind Holzstative in der Regel sperrig und das Holz ist gegenüber Feuchtigkeit empfindlich. Als leichtes Reisestativ eignen sich diese Stative daher nur bedingt.

 

Alumiumstative sind relativ günstig. Metall dämpft Schwingungen nicht ganz so gut, aber von wenigen Ausnahmen abgesehen ist dieser Faktor mehr theoretischer Natur. Natürlich wiegen Alu-Stative etwas mehr, aber aufgrund neuer Bearbeitungsmethoden (dünnere Wandstärken) lassen sich heute auch erstaunlich leichte Alu-Stative herstellen. Das Metall ist robust. Alu-Stative besitzen in der Regel mehrere Beinauszüge und lassen sich dadurch auf ein kleineres Packmaß komprimieren als Holzstative.

 

Carbon als Qualität

In den letzten Jahren sind Carbon-Stative als Reisestative immer beliebter geworden. Sie vereinen ein geringes Gewicht mit dem Designvorteil mehrerer Beinauszüge. Carbon ist etwas empfindlicher als Aluminium und kann bei Gewalteinwirkung splittern, allerdings müssen hier schon sehr große Kräfte wirken. Leider sind Carbonstative vergleichsweise teuer, der Preis kann bis zu doppelt so hoch sein wie für ein vergleichbares Alu-Stativ. Carbonstative sind allerdings ideal für alle Fotografen die jedes Gramm sparen müssen, empfehlen sich daher als leichtes Reisestativ für Flugreisen oder lange Rad- und Wandertouren.

 

Ein Reisestativ profitiert von mehreren Beinauszügen. Üblich sind Stative mit zwei, drei oder vier Auszügen. Stative mit vier Auszügen lassen sich auf ein sehr kleines Maß komprimieren und bieten dennoch eine gute Arbeitshöhe. Allerdings wird ein Stativ mit zunehmender Zahl der Auszüge auch wackeliger.

 

Der Stativkopf ist ebenfalls von Bedeutung für das Gewicht und Packmaß. Früher waren Dreiwegeneiger üblich. Sie erlauben eine separate Einstellung in allen drei Ebenen, sind allerdings sperrig und haben ihr Gewicht. Heute schwören viele Fotografen auf Kugelköpfe. Sie bauen sehr niedrig und wiegen nicht viel, sind daher für ein leichtes Reisestativ die erste Wahl.

 

Noch ein Wort zum Preis: Bei Billigstativen wird oft an der Materialqualität und Stabilität gespart. Wer Geld sparen möchte, der nimmt lieber ein Stativ mit weniger Auszügen oder kauft ein hochwertiges Gebrauchtgerät. Stative sind zudem eine Langzeitanschaffung. Ein gutes Stativ kann viele Jahre, bei guter Pflege sogar Jahrzehnte, seinen Dienst verrichten, während der Fotograf in dieser Zeit zwei oder drei neue Kameragenerationen anschafft. Es macht daher wenig Sinn, beim Kauf auf Biegen und Brechen ein paar Euro sparen zu wollen. Gerade bei Stativen gilt: Wer billig kauft, kauft doppelt.